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19.06.2023

Von der Raupe zum Schmetterling

Im täglichen Morgenkreis ist es heute ungewöhnlich ruhig. Das hat einen Grund: „Wir wollen die Schmetterlinge nicht stören“, flüstert ein Kind. Diese nämlich sind gerade einmal wenige Stunden alt. Über Nacht haben sich diese aus den restlichen Teilen ihres Kokons befreit. Nun sitzen die Tiere im Netz und warten darauf ins Leben zu starten. Staunend knien die Kindergartenkinder um die Tiere herum und beobachten aufmerksam deren Verhalten. „Wunderschön“, findet ein Kind. „So schön bunt“, schwärmt ein Mädchen und plant im Kreativraum ein Bild von einem Schmetterling zu malen und dieses im Gruppenraum aufzuhängen. „Das ist ein Distelfalter, der ist orange und hat schwarze Punkte“, beschreibt ein weiteres Kind das sanfte und zarte Lebewesen. Viele, viele Tage lang haben die Kinder täglich das Geschehen beobachtet und zusammen mit ihren Erzieherinnen und Erziehern besprochen. Natürlich durfte da auch der Buchklassiker „Die Raupe Nimmersatt“ nicht fehlen. Das war nicht nur unglaublich spannend, sondern förderte auch die bewusste Wahrnehmung der Kinder über einen längeren Zeitraum, wissen die pädagogischen Fachkräfte. Zu den Lernzielen dieses mehrwöchigen Projektes gehörte zudem Verständnis für Natur zu fördern, Empathie für andere Lebewesen zu entwickeln und natürlich sprachliche Fähigkeiten auszubauen und den Wortschatz zu erweitern.  „Die haben sogar Fühler und kleine Beinchen“, berichtet ein Vorschulkind vom spannenden Geschehen am Vormittag. Für die Kinder ist völlig klar: Die Schmetterlinge können nicht in der Kita bleiben. Das nämlich würde sie traurig machen. „Schmetterlinge müssen fliegen“, weiß ein Vorschulkind und freute sich schon gemeinsam mit den anderen Kindern das Netz zu öffnen und die Tiere in die Freiheit zu entlassen. „Vielleicht kommen sie uns ja bald mal besuchen“ – diese Hoffnung bleibt und zukünftig werden die Kinder ganz genau hinsehen, wenn ein Schmetterling in ihrer Nähe ist.

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